Staatliche Ehren

VIDEO | Minister an Bord, Militär am Rollfeld: Mladić zurück in Serbien

Die Überführung Ratko Mladićs nach Belgrad erhielt durch die Beteiligung von Regierung und Armee eine unübersehbar staatliche Dimension.

Der mit der serbischen Staatsflagge bedeckte Sarg Ratko Mladićs nach der Landung am Belgrader Flughafen Nikola Tesla. Angehörige der serbischen Armee bildeten beim Empfang Spalier und übernahmen den Sarg. (© Tanjug)

Der Leichnam des wegen Völkermordes, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen rechtskräftig verurteilten früheren Oberbefehlshabers der Armee der Republika Srpska, Ratko Mladić, ist am Donnerstag um 17:50 Uhr aus den Niederlanden nach Serbien überführt worden. 

Die Ankunft am Belgrader Flughafen Nikola Tesla erfolgte unter sichtbarer Beteiligung staatlicher Institutionen: Serbiens Justizminister Nenad Vujić begleitete den Transport persönlich, während Angehörige der serbischen Armee den Sarg nach der Landung im Spalier empfingen und trugen. Der Sarg war mit der serbischen Fahne bedeckt.

An Bord des Flugzeugs befanden sich neben Justizminister Vujić auch Mladićs Sohn Darko, seine Enkelin Anastasija sowie zwei frühere Kriegskameraden des ehemaligen bosnisch-serbischen Militärführers.

Video vom Empfang am Flughafen Nikola Tesla in Belgrad: Angehörige der serbischen Armee tragen den mit der serbischen Staatsflagge bedeckten Sarg Ratko Mladićs nach dessen Überführung aus den Niederlanden. (© Tanjug)

Nach der Übernahme am Flughafen wurde der Sarg in einem Fahrzeugkonvoi mit Polizeieskorte zur Militärmedizinischen Akademie (VMA) in Belgrad gebracht. Damit sind nicht nur Angehörige, sondern auch Vertreter der serbischen Regierung und der Streitkräfte unmittelbar in die Überführung und die ersten Abläufe nach der Ankunft eingebunden.

Kommemoration im Haus der Armee

Auch die weiteren Trauerveranstaltungen finden teilweise in Einrichtungen der serbischen Streitkräfte statt. Für Samstag, 5. September, um 12 Uhr ist eine Kommemoration im Dom Vojske, dem Haus der Armee im Zentrum Belgrads, angekündigt.

Die Beisetzung soll am Montag, 7. September, auf dem Topčider-Friedhof stattfinden. Zuvor soll Mladićs Sarg zwischen 9 und 12:30 Uhr in der Kirche Sveti Luka im Belgrader Stadtteil Vidikovac aufgebahrt werden. Um 12:35 Uhr soll die orthodoxe Trauerzeremonie beginnen, anschließend ist ein Trauerzug zum Friedhof vorgesehen.

Mladić war am 27. August in der UN-Haftanstalt in Scheveningen gestorben. Er verbüßte dort eine lebenslange Freiheitsstrafe. Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien hatte ihn 2017 unter anderem wegen des Völkermordes von Srebrenica sowie wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen verurteilt; das Urteil wurde 2021 rechtskräftig bestätigt.

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