SSP Statement

Serbiens Opposition gegen Mladić-Kult: „Verbrechen haben keine Nationalität“

SSP-Chef Dragan Đilas stellt sich gegen jede politische Rehabilitierung Ratko Mladićs und fordert einen nüchternen Umgang Serbiens mit den Kriegsjahren.

Dragan Đilas, Vorsitzender der serbischen Partei der Freiheit und Gerechtigkeit. (© SSP)

Die oppositionelle serbische Partei für Freiheit und Gerechtigkeit (SSP) hat in der Debatte über den Umgang mit Ratko Mladić eine klare Position bezogen.

Parteichef Dragan Đilas warnt davor, den wegen Völkermords und weiterer schwerster Kriegsverbrechen verurteilten ehemaligen Kommandanten der bosnisch-serbischen Armee nachträglich zum nationalen Vorbild zu stilisieren. Zugleich fordert er eine Auseinandersetzung mit der Verantwortung Serbiens und eine klare Trennung zwischen der Würdigung serbischer Soldatentraditionen und der Verherrlichung von Kriegsverbrechen.

Die vollständige Stellungnahme von Dragan Đilas:

Während einige versprachen, ihre Häuser würden sichere Zufluchtsorte für Ratko Mladić sein, und forderten, den Boulevard Zorana Đinđić nach Ratko Mladić umzubenennen, kamen andere den internationalen Verpflichtungen Serbiens nach. Sie nahmen Mladić fest und überstellten ihn an das Haager Tribunal, wo er schließlich wegen einer Reihe von Kriegsverbrechen verurteilt wurde, darunter für die Ermordung Tausender Menschen in Srebrenica.

Dies hat einen tiefen Schatten auf Serbien und das serbische Volk geworfen, die in ihrer Geschichte selbst häufig Opfer waren und stets stolz auf die Tapferkeit und Ehre ihrer Soldaten waren. Generationen von Menschen, die an diesen Verbrechen keinerlei Anteil hatten und keinerlei Verantwortung dafür tragen, sind aufgewachsen – und werden weiterhin aufwachsen – mit der Last des Wissens, dass der Name Serbiens weltweit mit Gräueltaten verbunden wird, insbesondere mit jenen, die in Srebrenica begangen wurden.

Es ist an der Zeit, dass alle Völker dieser Region endlich aufhören, vor den Tatsachen davonzulaufen, den Opfern Respekt erweisen und unmissverständlich feststellen: Verbrechen haben keine Nationalität – und niemand, der solche Verbrechen begangen hat, kann jemals ein Vorbild für künftige Generationen sein.

Dragan Đilas
Vorsitzender der Partei für Freiheit und Gerechtigkeit (SSP-SD-PES)

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