Führungswechsel

Rasim Ljajić tritt als Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Serbiens zurück

Nach mehr als drei Jahrzehnten an der Parteispitze zieht sich Rasim Ljajić aus der Parteiführung zurück.

Rasim Ljajić bei seiner Rede anlässlich des 16. Gründungsjubiläums der Sozialdemokratischen Partei Serbiens am 13. Dezember 2025 in Belgrad. (© SDPS)

Der langjährige Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Serbiens (SDPS), Rasim Ljajić, hat sein Amt niedergelegt. Zum neuen Parteivorsitzenden wurde der bisherige SDPS-Vize und renommierte Theater- und Filmregisseur Jug Radivojević gewählt.

Die Sozialdemokratische Partei Serbiens (SDPS) entstand 2009 aus der ursprünglich 1996 von Ljajić gegründeten Sandžak-Demokratischen Partei. Sie versteht sich als sozialdemokratische, mitte-links ausgerichtete Partei und ist seit den Parlamentswahlen 2012 Koalitionspartner der regierenden Serbischen Fortschrittspartei (SNS) von Aleksandar Vučić. Seitdem kandidiert die SDPS regelmäßig auf den gemeinsamen Wahllisten der Regierungskoalition. In der aktuellen legislaturperiode ist die SDPS mit sechs Abgeordneten in der serbischen Nationalversammlung vertreten.

Seinen Rücktritt begründete der ehemalige Vizepremierminister mit seinen Verpflichtungen als Funktionär des Fußballklubs Partizan Belgrad. Seit Dezember 2022 ist Ljajić Vizepräsident des Vereins und hatte seine parteiinternen Funktionen bereits zuvor ruhen lassen.

„Die Partei muss sich auf die bevorstehenden Wahlen vorbereiten, auch wenn wir noch nicht wissen, wann sie stattfinden werden. Fest steht aber, dass sie kommen werden. Dafür braucht es vollen Einsatz. Ich bin durch andere Aufgaben gebunden und kann mich der Parteiarbeit nicht ausreichend widmen“, so Ljajić in einer Stellungnahme.

Ein offizieller Wahltermin steht bislang zwar nicht fest, führende Vertreter der serbischen Politik gehen jedoch davon aus, dass der Urnengang noch vor dem Jahreswechsel stattfinden könnte.

Ljajić zählt zu den erfahrensten Politikern Serbiens der vergangenen drei Jahrzehnte. Er war unter anderem Vizepremierminister sowie Minister für Handel, Tourismus und Telekommunikation. Darüber hinaus bekleidete er die Ämter des Ministers für Menschen- und Minderheitenrechte sowie des Ministers für nationale und ethnische Gemeinschaften und fungierte seit dem Jahr 2000 als stellvertretender Vorsitzender des Koordinierungsgremiums für die Gemeinden Preševo, Bujanovac und Medveđa.

Sein Nachfolger Jug Radivojević ist Absolvent der Fakultät für Dramatische Künste in Belgrad, vielfach ausgezeichneter Theater- und Filmregisseur sowie Direktor des Belgrader Dramatheaters. Neben seiner kulturellen Tätigkeit engagiert er sich auch im Sport: Er gehört dem Verwaltungsrat von Roter Stern Belgrad an und steht der vereinseigenen Stiftung des Klubs vor.

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