Wohnungsmarkt

Wohnungsmarkt zieht an: 39 Prozent mehr Neubauverkäufe in der Republika Srpska

Der Wohnungsmarkt in der Republika Srpska zeigt sich trotz hoher Finanzierungskosten bemerkenswert dynamisch. Vor allem die deutlich gestiegene Nachfrage nach fertiggestellten Neubauten sorgt für Bewegung.

Panoramablick auf Banja Luka: Die Hauptstadt der Republika Srpska verzeichnet die höchsten Neubaupreise der Entität. (© JU Turistička organizacija grada Banja Luka/Tomas Damjanovic)

Der Neubauwohnungsmarkt in der Republika Srpska bleibt auf hohem Preisniveau. Im zweiten Quartal 2026 kostete ein Quadratmeter einer fertiggestellten und verkauften Neubauwohnung durchschnittlich rund 1.633 Euro. Deutlich darüber liegt Banja Luka: Dort erreichte der Durchschnitt bereits 2.124 Euro pro Quadratmeter. Gleichzeitig nahm die Zahl der verkauften Neubauwohnungen gegenüber dem Vorjahresquartal zu. 

Banja Luka deutlich über dem Durchschnitt

Nach den am Montag veröffentlichten Daten des Statistikamts der Entität Republika Srpska (RS) wurden zwischen April und Juni insgesamt 670 fertiggestellte Neubauwohnungen verkauft. Das waren 4,7 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2025. Ihre gesamte Nutzfläche belief sich auf 35.892 Quadratmeter und lag damit um 8,4 Prozent über dem Vorjahreswert. 

Der durchschnittliche Verkaufspreis erreichte rund 1.633 Euro pro Quadratmeter. Gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres entspricht das einem Anstieg um 0,8 Prozent. Verglichen mit dem Durchschnitt des Gesamtjahres 2025 verteuerten sich Neubauwohnungen um 5,6 Prozent.

Noch wesentlich höher sind die Preise in Banja Luka. Dort wurden im zweiten Quartal 161 Neubauwohnungen mit einer Gesamtfläche von 9.114 Quadratmetern verkauft. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis betrug rund 2.124 Euro – damit lag Banja Luka rund 30 Prozent über dem Durchschnitt der Republika Srpska. 

Baukosten bestimmen mehr als die Hälfte des Preises

Die Statistik gibt zugleich Aufschluss darüber, wie sich der durchschnittliche Quadratmeterpreis zusammensetzt. In der gesamten Republika Srpska entfielen 57,7 Prozent auf Baukosten und die Marge der ausführenden Unternehmen. Weitere 29,4 Prozent machten sonstige Kosten einschließlich Mehrwertsteuer aus, während das Bauland lediglich 12,9 Prozent des Gesamtpreises ausmachte.

In absoluten Zahlen entfielen beim durchschnittlichen Quadratmeterpreis rund 211 Euro auf das Bauland, 941 Euro auf Baukosten und Gewinnmarge sowie 481 Euro auf sonstige Kosten und Mehrwertsteuer. 

In Banja Luka liegen sämtliche Komponenten höher. Dort entfielen durchschnittlich rund 266 Euro pro Quadratmeter auf das Bauland, 1.303 Euro auf Baukosten und Gewinnmarge sowie 555 Euro auf sonstige Kosten einschließlich Mehrwertsteuer.

Deutlich mehr Verkäufe im ersten Halbjahr

Der Blick auf das gesamte erste Halbjahr zeigt eine deutliche Belebung des Neubaugeschäfts. Die Zahl der fertiggestellten und verkauften Neubauwohnungen lag in den ersten sechs Monaten 2026 um 39,2 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die verkaufte Nutzfläche nahm sogar um 42,8 Prozent zu.

Bei den Preisen verlief die Entwicklung dagegen in die andere Richtung: Im ersten Halbjahr lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis 3,7 Prozent unter dem Niveau des ersten Halbjahres 2025. Im zweiten Quartal allein lagen die Preise jedoch wieder 0,8 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert. 

Was die Statistik tatsächlich erfasst

Die Daten beziehen sich ausschließlich auf fertiggestellte Neubauwohnungen, für die im jeweiligen Berichtszeitraum Kaufverträge abgeschlossen und umgesetzt wurden. Dabei spielt es keine Rolle, ob der gesamte Kaufpreis oder zunächst nur ein Teil davon bezahlt wurde.

Der ausgewiesene Quadratmeterpreis umfasst neben den Grundstücks- und eigentlichen Baukosten unter anderem Planung, Genehmigungen, Vermessung, Bauaufsicht, Gebühren, Steuern, Versicherungen, Finanzierungskosten und Mehrwertsteuer sowie die entsprechenden Unternehmensmargen.

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