Der deutsche Transformatorenhersteller SGB-SMIT Group übernimmt die Mehrheitsbeteiligung am serbischen Unternehmen COMEL Transformatori. Eine entsprechende Vereinbarung wurde am 13. Juli unterzeichnet. Mit der Transaktion baut die Unternehmensgruppe ihre Position auf dem europäischen Markt für Leistungstransformatoren weiter aus und stärkt ihre Präsenz in Südost- und Osteuropa.
Der Abschluss der Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt der üblichen regulatorischen Genehmigungen. Das Closing wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.
Ausbau der europäischen Produktionskapazitäten
Mit der Beteiligung integriert SGB-SMIT einen etablierten serbischen Hersteller in sein europäisches Produktionsnetzwerk. COMEL Transformatori mit Sitz in Ripanj bei Belgrad produziert Leistungstransformatoren für Energieversorger, Industrieunternehmen und Infrastrukturprojekte in Europa und knüpft dabei an die jahrzehntelange Tradition des früheren Unternehmens Minel Transformatori an.
Die Akquisition kommt in einer Phase steigender Nachfrage nach Transformatoren. Der Ausbau der Stromnetze, Investitionen in erneuerbare Energien sowie die Modernisierung der europäischen Energieinfrastruktur führen seit mehreren Jahren zu einer hohen Auslastung der Branche. Leistungstransformatoren gelten als Schlüsselkomponenten für die Energiewende und die Integration neuer Erzeugungskapazitäten.
Serbisches Know-how trifft internationales Vertriebsnetz
Nach Angaben der Unternehmen soll die Partnerschaft die regionale Marktposition und das technische Know-how von COMEL mit der internationalen Vertriebsorganisation, den Engineering-Kapazitäten sowie der globalen Lieferkette von SGB-SMIT verbinden. Ziel sei es, das Wachstum im Segment der Leistungstransformatoren zu beschleunigen und neue Marktchancen in Südost- und Osteuropa zu erschließen, ohne die starke Position von COMEL auf den bestehenden Heimatmärkten aufzugeben.
SGB-SMIT-CEO Holger Ketterer bezeichnete COMEL als strategisch ideale Ergänzung für die Unternehmensgruppe. Gemeinsam wolle man die Wettbewerbsposition auf dem europäischen Transformatorenmarkt stärken und neue Perspektiven für Kunden und Mitarbeiter schaffen.
Auch die bisherigen Eigentümer, Zoran Milutinović und Jasmina Stupar Marković, sehen in dem Einstieg des deutschen Konzerns einen wichtigen Entwicklungsschritt. Durch die Partnerschaft erhalte COMEL Zugang zu einem globalen Kundennetzwerk sowie zusätzlichen Forschungs-, Entwicklungs- und Engineering-Kapazitäten. Gleichzeitig bleiben beide als Gesellschafter an Bord und wollen die weitere Entwicklung des Unternehmens aktiv mitgestalten.
Signal für den Industriestandort Serbien
Die Übernahme unterstreicht die wachsende Bedeutung Serbiens als Produktionsstandort für die europäische Energie- und Elektroindustrie. Internationale Industrieunternehmen investieren zunehmend in Fertigungskapazitäten auf dem Westbalkan, um ihre Lieferketten innerhalb Europas zu stärken und die steigende Nachfrage nach Ausrüstung für den Netzausbau bedienen zu können.
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