Die Proteste gegen das umstrittene Investitionsprojekt in Zvërnec dauern in Albanien unvermindert an. Am Mittwoch versammelten sich Gegner des Vorhabens bereits zum 53. Mal in Folge auf dem Skanderbeg-Platz im Zentrum Tiranas, bevor sie zum Amtssitz von Premierminister Edi Rama (PS) marschierten.
Im Verlauf der Proteste hat sich der Fokus der Bewegung deutlich ausgeweitet. Neben dem Stopp des Projekts in Zvërnec verlangen die Demonstrierenden inzwischen eine Reform des Wahlrechts sowie die Aufhebung des Gesetzes über strategische Investitionen, der sogenannten „Berge-Pakets“ und der jüngsten Änderungen zum Schutzgebiets- und Kulturerberecht.
Kritik an Regierung und Opposition
Während des Protestmarsches forderten die Teilnehmer nicht nur den Rücktritt von Regierungschef Rama, sondern auch den Rückzug des Vorsitzenden der oppositionellen Demokratischen Partei (PD), Sali Berisha. Zudem richtete sich die Kritik gegen die gesamte etablierte politische Führung des Landes.
Eine Demonstrantin sprach von einem grundlegenden gesellschaftlichen Wandel seit Beginn der Proteste. In den vergangenen 53 Tagen habe sich gezeigt, dass die albanische Gesellschaft solidarisch handeln und sich gegen politische Entscheidungen organisieren könne. Zugleich verwies sie auf die internationale Aufmerksamkeit, welche die Protestbewegung inzwischen erhalte.
Parlament im Fokus der nächsten Proteste
Für Donnerstag kündigten die Organisatoren eine weitere Demonstration vor dem Parlament an. Die Teilnehmer wollen sich bereits um 8.30 Uhr erneut auf dem Skanderbeg-Platz versammeln und anschließend zum Parlamentsgebäude ziehen.
Hintergrund ist die geplante parlamentarische Beratung über das sogenannte „Berge-Paket“. Nach Auffassung der Protestbewegung erleichtern die vorgesehenen gesetzlichen Änderungen eine stärkere Erschließung sensibler Natur- und Schutzgebiete.
Die Organisatoren erklärten, die Mobilisierung werde fortgesetzt, bis ihre Forderungen erfüllt seien. Als Protestmittel würden ausschließlich Eier eingesetzt, auf gefährliche Gegenstände werde ausdrücklich verzichtet. Zugleich wurde an die Polizei appelliert, auf Provokationen zu verzichten.
Die Organisatoren riefen die Bevölkerung erneut zu einer breiten Beteiligung auf und kündigten an, die Proteste täglich fortzuführen.
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