Trockenheit und niedrige Wasserstände machen auf der Donau bei Prahovo im Osten Serbiens ein mehr als 80 Jahre altes Problem wieder sichtbar: Wracks deutscher Kriegsschiffe aus dem Zweiten Weltkrieg treten deutlicher hervor und behindern die internationale Fahrrinne. In den versenkten Schiffen befinden sich zudem noch immer explosive Kriegsreste.
21 Wracks behindern die Fahrrinne
Das serbische Zentrum für Minenräumung arbeitet derzeit an einem Projekt zur Beseitigung von 21 versenkten Schiffen bei Prahovo. Gerade bei niedrigem Wasserstand werden die jahrzehntelang im Flussbett liegenden Wracks zu einem besonderen Hindernis für die Schifffahrt.
Bislang wurden drei Schiffe vollständig aus der Donau geborgen, darunter ein Minensuchboot. Vier weitere Wracks wurden untergraben und tiefer in das Flussbett abgesenkt. Sie liegen nun unterhalb einer festgelegten Höhe von 23,22 Metern und sollen die Schifffahrt nicht mehr beeinträchtigen.

An einem weiteren Schiff laufen derzeit die Arbeiten. Das Wrack wurde in drei Teile zerlegt, der Bug bereits an Land gebracht. Im mittleren Abschnitt entdeckten die Spezialisten eine Wasserbombe, die anschließend entfernt und zerstört wurde.
Granaten, Munition und Wasserbomben
Die eigentliche Gefahr liegt nicht allein in Größe und Lage der Wracks. In den Schiffen befinden sich noch immer explosive Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs.
Nach Angaben von Bojan Glamočlija, Direktor des serbischen Zentrums für Minenräumung, wurden bislang Handgranaten, größere Mengen Munition für Flugabwehrgeschütze sowie eine Wasserbombe mit erheblicher Sprengwirkung gefunden. Die Experten rechnen damit, im weiteren Verlauf der Arbeiten auf zusätzliche Kampfmittel ähnlicher Art zu stoßen.
Rund 200 versenkte Schiffe in der Donau
Insgesamt werden im serbischen und rumänischen Abschnitt der Donau rund 200 versenkte Schiffe der deutschen Kriegsflotte vermutet. Sie stammen aus dem Herbst 1944, als deutsche Einheiten vor der vorrückenden Roten Armee zurückwichen und zahlreiche eigene Schiffe versenkten.

Damit sollte verhindert werden, dass die Schiffe dem Gegner in die Hände fielen. Gleichzeitig sollte die strategisch wichtige Donau für die nachrückenden Kräfte schwerer passierbar gemacht werden. Mehr als acht Jahrzehnte später wirken die Folgen dieser Aktion noch immer nach – und werden bei niedrigen Wasserständen besonders sichtbar.
Das serbische Projekt sieht nicht zwingend die vollständige Bergung sämtlicher Wracks vor. Vorrangiges Ziel ist es, die internationale Fahrrinne bei Prahovo zu verbreitern und die Donau dauerhaft sicherer befahrbar zu machen.
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