EVP-Chef Manfred Weber hat die Teilnahme hochrangiger serbischer Amtsträger an der Beisetzung Ratko Mladićs scharf verurteilt. In einer Stellungnahme auf X bezeichnete Weber die öffentliche Ehrung des wegen Völkermordes, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen verurteilten früheren bosnisch-serbischen Militärführers als „zutiefst verstörend“.
„Ich verurteile ihre Anwesenheit und die öffentliche Verherrlichung Mladićs aufs Schärfste“, erklärte Weber. Einen wegen Völkermordes verurteilten Mann zu ehren, sei „kein Akt der Versöhnung oder des Gedenkens“, sondern eine Zurückweisung der Verantwortung, sich mit den Verbrechen der Vergangenheit auseinanderzusetzen.
Weber stellt Verbindung zum EU-Kurs her
Besonders deutlich verknüpft der EVP-Chef die Vorgänge mit Serbiens EU-Beitrittsperspektive. Die Ehrung Mladićs stehe „in eklatantem Widerspruch zu unseren europäischen Werten“ und untergrabe das Vertrauen in Serbiens Bekenntnis zu jenen Werten und Prinzipien, die für den europäischen Weg des Landes grundlegend seien.
Damit kommt erstmals scharfe Kritik nun auch aus der größten europäischen Parteienfamilie. Die EVP stellt die stärkste Fraktion im Europäischen Parlament und ist auf EU-Ebene ein zentraler politischer Machtfaktor. Die Serbische Fortschrittspartei (SNS) von Serbiens Präsident Aleksandar Vučić ist Mitglied der EVP.
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