Mehr nähe zur Region

EU-Parlament eröffnet Westbalkan-Büro in Tirana

Albanien-Berichterstatter Schieder sieht klares Signal für verstärktes Engagement.
© Europäisches Parlament

Das Europäische Parlament wird ein eigenes Büro in Albaniens Hauptstadt Tirana eröffnen, um die Zusammenarbeit mit den Ländern des Westbalkans weiter zu intensivieren. Ziel ist es, das europäische Engagement in einer geopolitisch zunehmend herausfordernden Zeit gezielt auszubauen und die EU-Erweiterungspolitik in der Region zu stärken.

Die neue Repräsentanz des Europäischen Parlaments soll künftig als zentrale Schnittstelle zwischen dem EU-Parlament und den nationalen Parlamenten, der Zivilgesellschaft sowie lokalen Partnern im Westbalkan dienen. Im Fokus stehen dabei insbesondere Demokratie- und Reformprozesse, der Annäherungskurs an die Europäische Union sowie die Vor- und Nachbereitung offizieller Besuche von Europaabgeordneten.

Das Büro wird zudem eng mit anderen EU-Akteuren sowie internationalen Organisationen vor Ort kooperieren. Es soll auch dazu beitragen, die Positionen und Aktivitäten des Europäischen Parlaments in Bezug auf den EU-Beitritt der Westbalkanstaaten sichtbarer zu machen und langfristig zu begleiten.

Mit der Entscheidung reagiert das Europaparlament auf die gestiegene strategische Relevanz der Region, die sich vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und wachsender geopolitischer Spannungen nochmals deutlich erhöht hat. Der Westbalkan wird dabei zunehmend als Schlüsselregion für die Stabilität Europas gesehen.

„Die Einrichtung eines Außenbüros in Tirana beweist das starke Engagement des Europäischen Parlaments, die Länder des Westbalkans auf ihrem Weg zur EU-Mitgliedschaft zu unterstützen und die Beziehung in die Region weiter zu vertiefen„, so Andreas Schieder, SPÖ-EU Delegationsleiter und ständiger Berichterstatter des EU-Parlaments für Albanien.

Derzeit verfügt das Parlament über drei operative Antennenbüros: in New York für die Beziehungen zu den Vereinten Nationen, in Jakarta für die Beziehungen mit dem Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) sowie in Addis Abeba für die Beziehungen zur Afrikanischen Union.

Die geplante Eröffnung von zwei weiteren Antennenbüros, neben Albanien auch in Moldau, folgt auf einen früheren Beschluss des Parlamentspräsidiums, Büros in Kiew (Ukraine) sowie in Panama einzurichten, um die Beziehungen zu Lateinamerika und der Karibik zu betreuen.

redaktion

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