Klare Botschaft

Putin mischt sich in Serbiens Wahlkampf ein: „Ich hoffe, Vučić wird Premierminister“

Russlands Präsident hat sich beim Valdai-Forum in Sotschi zur politischen Zukunft Aleksandar Vučićs geäußert.

Wladimir Putin bei der Plenarsitzung des 23. Jahrestreffens des internationalen Valdai Discussion Club am 1. Oktober 2026. (© Кристина Соловьёва, РИА Новости)

Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Donnerstag beim Jahrestreffen des Valdai Discussion Club in Sotschi die Politik des früheren serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić (SNS) ausdrücklich gelobt und zugleich die Hoffnung geäußert, dass dieser künftig das Amt des Premierministers Serbiens übernehmen werde. Die Aussagen fielen während der Fragerunde, nachdem der serbische Historiker Aleksandar Raković Putin auf Serbien angesprochen hatte.

„Wir begrüßen die sehr zurückhaltende Haltung Serbiens zu einer Reihe zentraler und sehr sensibler Fragen sowie seine Weigerung, Entscheidungen mitzutragen, die Sanktionen gegen Russland vorsehen“, sagte Putin.

Besonders bemerkenswert war Putins direkte Äußerung über Vučićs politische Zukunft nach dessen Ausscheiden aus dem Präsidentenamt.

„Die derzeitige Führung Serbiens, Aleksandar Vučić, der bis vor Kurzem Präsident war und, wie ich hoffe, künftig Premierminister sein wird, verfolgt eine zurückhaltende Politik und zeigt den Wunsch nach Zusammenarbeit mit Russland. Das begrüßen wir selbstverständlich und werden dies entsprechend erwidern“, so Putin weiter.

Putin erklärte außerdem, er könne nicht nachvollziehen, weshalb sich der von ihm als „kollektiver Westen“ bezeichnete Teil der internationalen Gemeinschaft seiner Ansicht nach seit Jahrzehnten ungerecht gegenüber dem serbischen Volk verhalte.

„Sie kennen unsere Haltung zu Serbien. Für mich persönlich ist völlig unverständlich, warum sich der kollektive Westen in den vergangenen Jahrzehnten derart ungerecht und asymmetrisch gegenüber dem serbischen Volk verhalten hat. Man hat das serbische Volk in mehrere Teile geteilt, und die Serben fanden sich in unterschiedlichen staatlichen Gebilden wieder“, sagte Putin.

Dabei verwies der russische Präsident auch auf sein Treffen mit Milorad Dodik wenige Tage zuvor und auf das Dayton-Abkommen für Bosnien und Herzegowina.

„Vor einigen Tagen habe ich mich mit [Milorad] Dodik getroffen. Sie selbst haben das Dayton-Abkommen formuliert, und jetzt will es niemand umsetzen, während man den Serben in anderen Fällen irgendwelche Lösungen aufzwingt. Die Serben sind in Europa zu einem geteilten Volk geworden – und zwar gewaltsam geteilt. Das ist ungerecht“, erklärte Putin.

„Das ist schlecht, denn jede Ungerechtigkeit führt zu Komplikationen und Konflikten“, fügte der russische Präsident hinzu.

Der Valdai Discussion Club ist ein 2004 gegründetes russisches Diskussions- und Expertenforum, das regelmäßig internationale Wissenschaftler, Politiker und Experten zusammenbringt. Besondere Aufmerksamkeit erhält das jährliche Treffen durch den Auftritt des russischen Präsidenten, der dort traditionell ausführlich zu Russlands Außen- und Sicherheitspolitik Stellung nimmt.

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